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Frankreich so weit weg wie der Nordpol - kleine Reflexionen einer Nachhilfelehrerin
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Ein Kommentar zu der Tatsache, dass immer weniger Schüler in Deutschland Französisch und in Frankreich Deutsch lernen wollen.

Lernen mit Hindernissen

Jasmin tut sich schwer mit dem Französischen. Sie buchstabiert sich mühsam durch einen langen Schulbuchtext. Wer ihr zusieht, hat den Eindruck, dass sie sich durch das undurchdringbare Gestrüpp eines Dschungels kämpft. Sie bleibt an unbekannten Vokabeln hängen wie an dornigem Geäst, reißt sich wieder los, gerät für einen Moment auf einen freien Pfad und hopp - wieder ein Hindernis. Jasmin seufzt und sieht mich aus großen, sorgfältig geschminkten Augen an. „Es ist zwecklos“ sagen die Augen. „Mais non, mais non!“ brumme ich.

Immer muss die Grammatik herhalten!

Ich habe bereits eine gewisse Laufbahn als Nachhilfelehrerin hinter mir. Ich hatte intelligente faule Schüler und schlechte fleißige und natürlich auch schlechte faule - in Frankreich wie in Deutschland. Ich hatte Schüler mit omnipräsenten Eltern und Schüler, die gar keine Eltern zu haben schienen. Auffällig: Die meisten besaßen zumindest eine Katze, Inbegriff der vokabellosen Existenz und damit viel beneidet. Franzosen wie Deutsche verfluchen insgeheim oder auch ganz direkt die Grammatik der Sprache des Nachbarlandes, was für die Verständigung zwischen den Völkern wenig hoffen lässt.

Die Tendenz von Schülern in beiden Ländern geht heute immer mehr weg vom Deutsch- oder Französischunterricht und hin zum Spanischen, als ob diese Sprache keine Grammatik und keine Vokabeln hätte. Woran liegt das wohl? Am Unterricht, an den Schulbüchern, an den Lehrern oder einfach an den schwerfälligen Schülern?

  von dorothee
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